Risse beurteilen
Im Hinblick auf die
Bewertung der optischen Beeinträchtigung durch Rissbildung gilt der Grundsatz, dass die
Risse unter gebrauchsüblichen Bedingungen zu beurteilen sind. Die Beurteilung hat
also aus einem Betrachtungsabstand und unter Beleuchtungsbedingungen zu erfolgen, welche bei
der späteren Benutzung üblich sind. Bei Rissen ist immer zuerst abzuklären, ob
diese einen Mangel darstellen und ob eine Instandsetzung überhaupt
notwendig ist. Putzbedingte Risse sind ursächlich auf die Ausführung des Putzauftrages oder auf ungeeigneten Putzaufbau zurückzuführen.

• Sackrisse sind meist 10 bis 20 cm lange, horizontal
durchhängende Risse. Die Rissbreiten können bis 3 mm betragen. Hohlstellen sind
im Bereich der unteren Rissflanke möglich. Sie entstehen nach zu dickem,
einlagig erstelltem Putzauftrag, bei schlechter Haftung auf wenig saugfähigem
oder nassem Putzgrund, bei zu langer Bearbeitung der Putzoberfläche oder bei zu
nassem Putzmörtelauftrag. Sackrisse müssen saniert werden, wenn der Putz hohl
liegt. Dazu müssen die Hohlstellen entfernt, die Risse aufgekratzt und die Fehlstellen
mit neuem Putz, z.B. RÖFIX Renoplus®, verfüllt warden.
• Schrumpfrisse sind Schwindrisse im Unterputz mit einem
Knotenabstand von ca. 20 cm und Rissbreiten von bis 0,5 mm. Diese Risse reichen
in den seltensten Fällen bis zum Putzgrund. Sie entstehen meistens 1 bis 2
Stunden nach dem Auftragen des Mörtels durch ein zu schnelles Austrocknen. Das
Rissrisiko lässt sich durch geeignete Putznachbearbeitung vermindern. Bei
reinen Kalkputzen ist immer mit dieser Art von Rissen zu rechnen. Wenn sich die
Rissflanken nicht vom Untergrund lösen, führen diese Risse zu keiner
Beeinträchtigung des Putzsystems. Nach Aufbringen des Oberputzes zeichnen sich
Schrumpfrisse nicht mehr ab.
• Schwindrisse sind meist netzförmig
oder y-förmig angeordnet und selten breiter als 0,1 bis 0,2 mm. Sie reichen bis
auf den Putzuntergrund und treten Monate und in Einzelfällen sogar Jahre nach
dem Verputzen auf. Sie sind auf ungünstige Austrocknungsbedingungen,
ungenügende Putzhaftung am Untergrund, auf schlecht abgestimmten Putzaufbau
oder auf Nichteinhalten der Standzeiten zurückzuführen. Innen stellen diese
Risse bloss einen ästhetischen Mangel dar. An der Fassade können sie aber zu Folgeschäden
führen. An Wetterseiten sollten Schwindrisse > 0,05 mm saniert werden. Dazu
geeignet ist das Anbringen eines neuen Oberputzes oder einer faserarmierten
Beschichtung, z.B. RÖFIX PE 416 ETICS® MICRO.
• Haarrisse sind kurze, 0,05 bis 0,1 mm breite und nur an der Putzoberfläche vorhandene Fettrisse. Derartige Fettrisse entstehen z.B. bei der Verarbeitung von mineralischen Oberputzen durch Feinteilanreicherung an der Oberfläche, wenn der Putz zu lange bearbeitet wird. Fettrisse sind zwar unästhetisch, stellen aber in den meisten Fällen keinen Mangel dar. Oft sind solche Risse nur dann ersichtlich, wenn der Bauteil feucht wird.
Putzuntergrundbedingte Risse sind Risse aus dem unmittelbaren
Putzuntergrund. Sie sind begründet durch Volumenveränderung, Quellen,
thermische Längenveränderung, Verwendung unterschiedlicher Baustoffe mit
verschiedenen physikalischen Eigenschaften wie Schwindverformung, Wärmeleitfähigkeit oder Saugverhalten.
• Kerbrisse sind von rechteckigen
Maueröffnungen ausgehende, meistens diagonal verlaufende Risse. Sie entstehen durch
Spannungen, welche durch die Verformung des unmittelbaren Putzgrundes
entstehen. Bei zu schnellem Austrocknen des Putzes kann ein Kerbriss auch ein
Schwindriss sein. Kerbrisse s ind mittels Putz-/
• Kerbrisse sind von rechteckigen
Maueröffnungen ausgehende, meistens diagonal verlaufende Risse. Sie entstehen durch
Spannungen, welche durch die Verformung des unmittelbaren Putzgrundes
entstehen. Bei zu schnellem Austrocknen des Putzes kann ein Kerbriss auch ein
Schwindriss sein. Kerbrisse s ind mittels Putz-/
Rissbrücken zu sanieren.
• Fugenrisse zeigen ein regelmässiges,
den Fugen nach verlaufendes Rissbild. Die Rissbreite liegt zwischen 0,05 bis
0,15 mm. Deren Ursache kann sowohl im unmittelbaren Putzgrund als auch in
der Putzverarbeitung liegen. Solche Risse kommen häufig bei Verputzen auf
hochdämmendem Mauerwerk vor. Fassaden mit Fugenrissen < 0,2 mm können mit
einer armierten Spachtelschicht, bestehend aus RÖFIX Renostar®/RÖFIX P50 Armierungsgewebe, überarbeitet
werden.
Konstruktionsbedingte
Risse stehen in keinem Zusammenhang mit dem
Putzauftrag. Das Riss-Risiko kann vom Verputzer weder erkannt noch durch
prophylaktische Massnahmen ausgeschlossen werden. Risse aus der Konstruktion
haben ihre Ursache in Volumen-Veränderungen der Tragkonstruktion (Setzungen, Durchbiegen,
Kriechen und Schwinden). Sie entstehen aufgrund von Bewegungen im Untergrund
nach dem Verputzen. Vor dem Festlegen notwendiger Instandsetzungsmassnahmen
muss immer geprüft und abgeklärt werden, ob es sich um einmalige,
abgeschlossene oder um noch andauernde oder wiederkehrende Verformungen
handelt. Es ist zu empfehlen, dazu einen Bauingenieur beizuziehen. Zur Instandsetzung von
konstruktionsbedingten Rissen werden neben den in diesem Kapitel beschriebenen
RÖFIX Putz-/ Rissbrücken auch Systeme mit Spiralanker, Mauerwerksverpressung
oder Wärmedämmungen eingesetzt.

